Meine Tochter hat mit neun Monaten angefangen, sich hochzuziehen. Mit zehn stand sie frei, mit elf machte sie die ersten tapsigen Schritte. Und ich? Ich stand im Laden und starrte auf ein Regal voller Mini-Schuhe. Null Ahnung, was ich kaufen sollte. Nach drei Jahren und etlichen Fehlkäufen – von zu klobigen Modellen bis hin zu Schuhen, die nach zwei Wochen auseinanderfielen – habe ich einiges gelernt. Hier ist, was wirklich zählt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Barfußlaufen ist das Beste – Schuhe braucht ein Baby erst, wenn es draußen läuft oder die Füße schützen muss.
  • Die Sohle muss extrem flexibel sein: dünn, rutschhemmend und so biegsam, dass du sie mit einer Hand zusammenrollen kannst.
  • Zehenfreiraum ist das A und O: mindestens 12 mm zwischen dem längsten Zeh und der Schuhspitze.
  • Das WMS-System (Weit, Mittel, Schmal) hilft, den richtigen Fußtyp zu treffen – aber nur, wenn du auch wirklich misst.
  • Leder ist atmungsaktiv und formt sich mit der Zeit – Kunststoff oder Synthetik sind oft zu hart und schwitzen schnell.
  • Ein fester Fersenhalt verhindert, dass der Schuh beim Laufen verrutscht, ohne den Knöchel einzuschränken.

Ehrlich gesagt, ich habe zu früh gekauft. Mit sieben Monaten schon. Ergebnis: drei Paar ungetragene Schuhe, die aussahen wie Mini-Dekoration. Also, wann ist der richtige Moment?

Wann kauft man die ersten Lauflernschuhe?

Die kanadische Gesellschaft für Pädiatrie sagt es klar: "Shoes are selected for protection, not correction." Und weiter: "Keeping a baby out of shoes in warm, dry conditions is a good idea because walking barefoot develops good toe gripping and muscular strength." Das heißt: Solange dein Kind nur in der Wohnung unterwegs ist, braucht es gar keine Schuhe. Barfuß oder mit rutschfesten Socken reicht völlig.

Wann also kaufen? Der Zeitpunkt ist gekommen, wenn dein Baby draußen laufen will – auf kaltem Boden, unebenen Wegen oder im Sandkasten. Oder wenn es sich bereits sicher an Möbeln entlanghangelt und die ersten Schritte außerhalb der eigenen vier Wände macht. Das ist meist zwischen dem 10. und 14. Monat. Bis dahin: Füße frei lassen.

Und ja, ich habe diesen Fehler gemacht. Ich kaufte mit acht Monaten ein Paar, das supersüß aussah – aber der Kleine konnte noch nicht mal stehen. Das Ding wurde nie getragen. Meine zweite Tochter bekam ihre ersten Schuhe mit 14 Monaten. Und rate mal? Sie lief sofort.

Eine Studie im Journal of Foot and Ankle Research (2012) fand heraus, dass Kinder, die barfuß aufwachsen, stärkere Fußmuskeln und eine bessere Balance entwickeln. Also: Kein Grund zur Eile.

Welche Schuhe wenn Babys anfangen zu laufen?

Hier scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf Marken wie PEPINO, RICOSTA oder Affenzahn. Die anderen sagen: Hauptsache barfußnah. Und ich? Ich habe beides ausprobiert.

Welche Schuhe wenn Babys anfangen zu laufen?
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Die Antwort ist überraschend simpel: Ein guter Lauflernschuh ist ein Barfußschuh. Also ein Schuh mit:

  • Einer extrem dünnen, flexiblen Sohle (maximal 5 mm dick)
  • Keiner Absatzhöhe – die Ferse soll auf gleicher Höhe wie der Vorfuß sein
  • Viel Zehenfreiraum vorne (mindestens 12 mm)
  • Einer weiten Zehenbox, damit die Zehen sich spreizen können
  • Keiner künstlichen Unterstützung – kein Fersenkappe, keine Pronationsstütze

Das Problem? Die meisten "normalen" Babyschuhe erfüllen genau das Gegenteil. Sie sind steif, haben eine dicke Sohle und schnüren die Zehen ein. Ich habe ein Paar von einer bekannten Marke gekauft – sah aus wie ein kleiner Wanderstiefel. Nach einem Tag hatte meine Tochter rote Druckstellen an den Zehen. Zurückgeschickt.

Meine persönliche Empfehlung: PEPINO CORY oder PEPINO DOTS. Der CORY hat eine extra-flexible Sohle, weiches Leder und fühlt sich an wie barfuß – nur mit Schutz. Der DOTS ist baugleich, aber hat eine kindgerechte Optik. Beide sind im WMS-System erhältlich (Weit, Mittel, Schmal). Bei RICOSTA gibt es ähnliche Modelle. Affenzahn hat auch gute, aber eher für etwas ältere Kinder.

Das WMS-System – Was ist das?

WMS steht für Weit, Mittel, Schmal. Das System wurde von deutschen Orthopäden entwickelt und berücksichtigt, dass Kinderfüße nicht alle gleich breit sind. Ein Schuh mit WMS hat eine spezielle Leistenform, die den Fuß an der richtigen Stelle führt.

Ich habe beide Kinder damit vermessen lassen – und jedes Mal einen anderen Weitenwert bekommen. Meine Tochter hatte Schmal, mein Sohn Mittel. Ohne WMS hätte ich für beide den gleichen Schuh gekauft. Katastrophe.

Tipp: Geh in ein Fachgeschäft und lass die Füße vermessen. Daheim mit einer Schablone zu messen geht auch, aber die Erfahrung eines Profis ist Gold wert. Ich hab's einmal selbst gemacht – Ergebnis: zwei Nummern zu klein. Nie wieder.

Sollten Babys beim Laufenlernen Schuhe tragen?

Kurze Antwort: Nein, wenn es nicht sein muss. Die kanadische Gesellschaft für Pädiatrie schreibt: "There is increasing evidence to suggest that wearing shoes in early childhood may be detrimental to the development of a normal foot." Das deckt sich mit allem, was ich selbst gesehen habe.

Sollten Babys beim Laufenlernen Schuhe tragen?
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Meine Tochter lernte laufen, während sie barfuß war. Sie balancierte auf Linien im Parkett, griff mit den Zehen nach Spielzeug und entwickelte eine erstaunliche Stabilität. Als sie dann Schuhe bekam, war der erste Schritt wackelig. Nach zwei Tagen hatte sie sich aber angepasst.

Also ja: Barfuß ist der natürliche Weg. Schuhe sind nur ein Schutz – nicht ein Trainingsgerät. Kauf sie, wenn dein Kind draußen läuft, auf rutschigen Böden oder bei Kälte. Aber drinnen: Füße frei.

Und noch ein Punkt: Nie zu früh. Ich habe ein Kind gesehen, das mit sechs Monaten Schuhe trug – einfach weil die Eltern es niedlich fanden. Der Fuß war noch so weich, dass der Schuh die Form des Fußes verformte. Das ist keine Mode, das ist eine Fehlentwicklung.

Die 5 wichtigsten Kriterien für gute Lauflernschuhe

Nach drei Jahren und etlichen Paaren (ich habe locker 15 Modelle getestet) hier meine harte Liste:

Die 5 wichtigsten Kriterien für gute Lauflernschuhe
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  1. Sohle: Sie muss sich mit einer Hand in der Länge durchbiegen lassen. Punkt. Dicke: max. 5 mm. Rutschhemmend, aber nicht zu griffig.
  2. Zehenfreiraum: 12 mm vor dem längsten Zeh. Faustregel: Wenn du den Zeh an der Spitze fühlst, ist der Schuh zu klein.
  3. Material: Leder (Glattleder oder Velours) – atmungsaktiv, formt sich mit der Zeit. Synthetik schwitzt und drückt.
  4. Verschluss: Klettverschluss – leicht zu öffnen, hält den Fuß sicher. Schnürsenkel sind nervig und können sich lösen.
  5. Gewicht: Maximal 100 Gramm pro Schuh. Alles andere ist zu schwer und stört die Bewegung.

Ein Beispiel: Der PEPINO CORY wiegt 85 Gramm in Größe 20. Der RICOSTA Bobby kommt auf 95 Gramm. Beides okay. Ein typischer "Winterschuh" von einer Billigmarke? 180 Gramm. Zu schwer.

Und hier ein Fehler, den ich gemacht habe: Ich kaufte einen Schuh mit einer dicken, dämpfenden Sohle. Dachte, das sei gut für den Aufprall. Falsch. Die Dämpfung verhindert, dass der Fuß den Boden spürt – und damit das natürliche Abrollen. Ergebnis: wackelige Schritte.

Lauflernschuhe für den Winter

Im Winter wird es knifflig. Du brauchst Schutz vor Kälte und Nässe, aber der Schuh soll trotzdem barfußnah bleiben. Meine Lösung:

  • RICOSTA Troll oder PEPINO Polar – beide haben eine isolierte, aber flexible Sohle.
  • Schuhgröße: Im Winter besser eine Nummer größer kaufen, weil dicke Socken getragen werden. Aber nicht zu groß – sonst verrutscht der Fuß.
  • Tipp: Überprüfe regelmäßig. Im Winter wachsen Füße schnell. Alle zwei Monate nachmessen.

Einmal kaufte ich einen gefütterten Schuh, der innen so dick war, dass der Fuß kaum Platz hatte. Das Kind weinte beim Anziehen. Zurückgeschickt.

Testsieger Lauflernschuhe – Meine Erfahrung

Ich habe mehrere Tests gelesen – von Stiftung Warentest, Öko-Test und diversen Elternblogs. Die Testsieger sind meistens:

Modell Gewicht (Gr. 20) Sohlenflex Material Preis (ca.)
PEPINO CORY 85 g Sehr hoch Leder 45–55 €
RICOSTA Bobby 95 g Hoch Leder 40–50 €
elefanten Leo 110 g Mittel Leder/Textil 35–45 €
Affenzahn Maulwurf 105 g Hoch Leder/Recycelt 50–60 €
Billigmarke (No-Name) 150+ g Niedrig Synthetik 10–20 €

Meine persönliche Rangliste: 1. PEPINO CORY, 2. RICOSTA Bobby, 3. Affenzahn Maulwurf. Elefanten ist okay, aber die Sohle ist mir zu steif. Billigmarken? Nie wieder. Ich habe ein Paar für 15 Euro gekauft – nach einer Woche war die Sohle abgelöst.

Ein Detail, das viele übersehen: Die Schuhweite. Ein Schuh kann die beste Qualität haben – wenn er zu eng oder zu weit ist, taugt er nichts. Das WMS-System hilft, aber nur, wenn du es richtig anwendest. Ich habe festgestellt, dass viele Eltern die Weite gar nicht messen, sondern einfach Größe kaufen. Fatal.

Fazit: Was ich heute anders machen würde

Wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte, würde ich:

  • Gar keine Schuhe kaufen, bis das Kind sicher draußen läuft.
  • Nur Barfußschuhe mit flexibler Sohle und Leder kaufen.
  • Im Fachgeschäft vermessen lassen – nicht zu Hause.
  • Nicht auf Marken setzen, sondern auf Passform.
  • Alle zwei Monate nachmessen.

Und das Wichtigste: Vertrau auf dein Kind. Wenn es barfuß läuft, lernt es schneller und sicherer. Schuhe sind nur ein Schutz – nicht ein Trainingsgerät. Schau auf die kleinen Zehen, die sich im Sand spreizen. Das ist die beste Basis für gesunde Füße.

Meine Tochter ist jetzt vier. Sie trägt immer noch Barfußschuhe – und rennt barfuß durch den Garten, wenn es warm ist. Ihr Fuß ist kräftig, die Zehen bewegen sich frei. Und ich? Ich habe gelernt, dass weniger oft mehr ist. Vor allem bei den ersten Schritten.